Als HiFi-Verrückter findet man sich schnell in Preis-Regionen wieder, die für sogenannte "normale" Menschen eher zu Edel-Limousinen oder Einfamilienhäusern passen. Aber es gibt sie noch: die wahren, echten und erschwinglichen HiFI-Preziosen: Lautsprecher von Wharfedale.

Der britische Hersteller Wharfedale hatte zur High-End-Messe 2019 einige neue Lautsprecher vorgestellt. Die bild-schöne Wharfedale Linton im Retro-Look ist bereits seit einigen Monaten lieferbar und hat sich schnell einen Spitzenplatz auf HiFi-Wunschlisten erobert.

Die EVO-Serie zeigt hier ein ganz anderes Gesicht: das moderne Design und die unglaubliche Ausstattung lassen eher auf highendige Preise tippen. Denn die Wharfedale EVO bietet einen Air-Motion-Transformer als Hochton-System an, zudem Kevlar Tieftöner und eine Seiden-Mittelton-Kalotte (die nur bei der ganz kleinen EVO 4.1 fehlt). Derlei Supertechnik bei Preisen zwischen knappen 500Euro und 1.500Euro. Nicht pro Stück, sondern pro Paar! Und dazu kommt eine mustergültige Verarbeitung - perfekt bis hin zu eleganten Metall-Füßen. Bi-Wiring-Terminals. Magnetisch gehaltene Frontbespannung. Unsichtbare Bass-Reflex-Öffnung. Holz-Gehäuse - ja wirklich: das Gehäuse ist tatsächlich in Echtholz furniert. Nichts wirkt billig oder lieblos.

Wie aber klingt solch ein Preis-Wunder? Wer den traurigen Sound manch eine Direkt-Versender-Böxchen kennt, muss sich mehr als wundern: die Wharfedale EVO klingt noch besser als sie aussieht! Der Hochtöner zaubert eine luftige große Bühne in den Hörraum, dass man aus dem Staunen kaum herauskommt. Die Abstimmung der Drei-Wege-Boxen ist meisterhaft: der Klang wirkt wie aus einem Guss, stimmig und angenehm. Typisch Wharfedale: der Charakter der EVO ist eher geschmeidig und angenehm. Dynamik und Lebendigkeit kommen dabei keineswegs zu kurz - im Gegenteil verblüfft die EVO mit eine Spielfreude, die man ihr nicht zugetraut hätte.

Croft Integrated: Vollverstärker mit Röhren-Vorstufe

Die EVO verdient einen guten Verstärker, der nicht unbedingt (auch) zum Schönen tendieren sollte - das könnte ansonsten schnell den Guten zu viel werden. Wir kombinieren die EVO am liebsten mit einem kleinen feinen Rega Brio oder - noch besser - mit einem Croft Integrated. Der Croft packt die Wharfedale und tiegert los, kann zugleich aber auch bezaubernde Klangfarben darstellen und macht zudem einen großen Raum und knackige Bässe.

Es drängt sich der Vergleich auf zu einem anderen Lautsprecher von Wharfedale, denn der Hersteller hat zwei Lautsprecher zum gleichen Preis im Programm: die EVO 4.3 kostet ebenso viel wie die Linton mit Ständern. Die Linton sieht viel mehr nach Lautsprecher aus und treibt dem High-Fidelisten ein Lächeln ins Gesicht. Die EVO hingegen macht sich fast unsichtbar und wirkt sehr zierlich im Vergleich - bis dann der erste Ton erklingt. Dann baut die EVO ein größeres, freieres Klangbild auf, löst feiner auf und kann auch den Bass präziser rocken - wenngleich die Linton etwas tiefer in den Keller kommt. Die Linton verzeiht eher schlechte Aufnahmen und läuft auch an alten oder mittelmäßigen Verstärkern - da wehrt sich die EVO eher. Rein optisch sind eine EVO und eine Linton grundverschieden - Retro versus Moderne. Beide Lautsprecher sind fantastische Spaß-Maschinen, die zu einem verblüffend günstigen Preis richtig großes Musik-Kino können.

Fazit: Wharfedale hat Magier beauftragt und Lautsprecher konstruiert, die ein weitgehend unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Kaum einem anderen Hersteller gelingt es, zu diesen Preisen Lautsprecher anzubieten, die sowohl optisch wie klanglich überzeugen. Unbedingt anhören!

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