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High-End Optimierung

Die Lange der Ohren - Berlins HiFi-Event seit vielen Jahren - bietet die Gelegenheit, großartige HiFi-Geräte zu präsentieren. Damit die Anlagen besonders gut klingen, stecken wir viel Arbeit in die Feinabstimmung. Da diese gelungene Zusammenstellung von HiFi-Komponenten immer wider Thema ist, möchte ich am Beispiel unserer High-End-Anlage, die auf der Langen Nacht der Ohren 2019 lief, berichten, was wir tun mussten, um den Geräten das Optimum zu entlocken.

Wir wollten Lautsprecher eines neuen Herstellers präsentieren wollten: Franco Serblin Ktêma sollten unser Ohr erfreuen. Die Ktêma hat einen recht hohen Wirkungsgrad von 91dB, daher nahmen wir an, dass Röhrenverstärker von 30-50Watt Leistung ausreichend sein würden. Erste Hör-Eindrücke waren jedoch ernüchternd: keiner unserer geliebten Röhren-Amps spielte mit der Ktêma traumhaft gut, sondern nur so-lá-lá. Jedenfalls nicht gut genug für einen Lautsprecher, der mit über 26.000€ in der Preisliste steht. Wir fragten den Vertrieb; seine Empfehlung: Nagra Classic AMP Stereo-Endstufe, am besten im gebrückten Mono-Betrieb. Denn trotz des recht hohen Wirkungsgrades brauche die Ktêma Leistung, Leistung und Leistung.

Das probierten wir sofort aus: Nagra Classic Preamp und Classic Amp sind feste Größen bei unseren Vorführungen. Alles klang zwar etwas besser, vor allem weniger mitten-betont. Aber richtig gut war es noch nicht. Es war aber deutlich zu hören: die Richtung stimmt. Mit hinreichend Leistung und vor allem mit hinreichend Nagra-Leistung läuft dieser Lautsprecher viel besser. Wir bekamen vom Vertrieb eine zweite Nagra Classic Amp Endstufe und konnten nun im Doppel-Mono-Betrieb fahren. Das brachte eine weitere Verbesserung, aber immer noch waren wir unzufrieden.

Was tun? Alle Teile auf den Prüfstand: könnte das Quellgerät unzureichend sein? Könnten andere (scheinbar nicht ganz so wichtigen) Teile unpassend sein?

Als Quelle spielte der Plattenspieler Brinkmann Bardo mit einem MC-System Kondo IO-M an Kondo SFz Silber-Übertrager und Kondo M7/Phono Röhren-Phonostufe. An den Brinkmann war ein Cardas Clear Beyond Phonokabel angeschlossen, der Plattenspieler stand auf drei Stillpoints UltraSS (wie auch sonst?) und hatte das Brinkmann RöNt Röhrennetzteil angeschlossen. Der Übertrager stand auf drei Stillpoints UltraSS, die Kondo M7/Phono auf vier Stillpoints Ultra6. Dieses Gespann ist über alle Zweifel erhaben und konnte daher nicht die Ursache für das Klang-Defizit sein.

Unser kritischer Blick fiel auf die Strom- und Lautsprecherkabel: alles kam von Kondo. Diese Kabel hatten bereits in vielen Anlagen exzellent gespielt - unabhängig davon, ob Röhre oder Transistor, ob Kondo Elektronik oder anderer Hersteller. Wir beließen Kondo-Stromkabel (Typ Kondo Avocado) an Brinkmann Bardo Röhrennetzteil und der Kondo M7/Phono. Bei den Nagra-Geräten tauschten wir die Stromkabel auch die Lautsprecherkabel gegen Transparent Cable aus. Und tatsächlich verbesserte sich das Klangbild enorm: der Raum wurde tiefer, die Mitten freier, die Tiefen schwärzer. Kaum zu glauben, dass Kabel derart viel ausmachen! Nun lief die Anlage also mit Stromkabeln vom Typ Transparent Reference Power Cord und Lautsprecher-Kabel vom Typ Transparent MusicWave Ultra. Was einmal mehr zeigt: es gibt zwar exzellente Kabel, aber je nach Anlage passt nicht immer jedes Kabel.

Nun konnten wir uns ein wenig entspannter geben und die Anlage optimieren. Das bedeutete: Stillpoints Absorberfüße unter Nagra Vorstufe ( 4 Stück Stillpoints Ultra6) und beide Nagra Endstufen (jeweils 4 Stück Stillpoints Ultra5). Die Ultra5 verbessern neben Auflösung und Transparenz auch sehr viel für den Bass; die Stillpoints Ultra6 sind die Universal-High-End-Stellfüße und verbessern einfach alles. (Nebenbei: wir probierten aus, ob nicht jeweils 3 Füße ausreichend wären. Das war nicht der Fall: jeweils 4 Füße klangen hörbar besser. Kaum zu glauben...)
Stillpoints brachten den erwarteten Erfolg: der Raum öffnete sich nun noch besser, tiefer und freier. Insgesamt gewann das Klangbild an Luft und Emotionalität.

Nun stellten wir die Lautsprecher auf Schichtholz-Platten - das verbesserte Klangfarben und Mittenwiedergabe. Sodann ersetzten wir die RDC-Füße (Bass unpräzise) durch Stillpoints Ultra5 und waren zufrieden: so muss High-End klingen!

Wobei; nach einigen Stunden des Hörens waren wir unsicher, ob das Klangbild nicht vielleicht eine Spur zu matt, zu langweilig war. Denn einige Jazz-Reissues klangen eine Spur zu glatt. Wir tauschten das NF-Kabel zwischen Kondo M7/Phono und Nagra Classic Preamp: das Kondo Silberkabel Theme 4.1 wurde gegen ein Tellurium SilverDiamond getauscht: und genau das war das fehlende Etwas. Nun spielte diese Anlage nicht nur spitzenmäßig, sondern genial. Klangfarben schmolzen förmlich dahin, zugleich vibrierte die Luft geradezu bei Jazz oder Rock. Bass: knackig und präzise. Mitten: frei schwebend im Raum. Höhen: hinreißend genau, offen und stimmig. Kurz: die Anlage spielte nun homogen und logisch! Das merkte man, wenn man ganz unterschiedliche Musik spielte: Bach-Chöre klangen monumental, ebenso Hard-Rock. Blue-Note Erst-Pressungen kamen authentisch rüber, Re-Issues in Perfektion. Country, Rock-Oldies? Perfekt! Kammermusik: extrem spannend und zum greifen echt. Gezupfter Bass: kein Wummern oder Dröhnen, sondern knackig, tief, logisch. Stimmen: zarter Schmelz, feine Nuancierung, zum anfassen nah.

Die vielen Tage der Fein-Abstimmung hatten sich gelohnt: nun spielte diese Anlage überragend gut.

Übrigens: die Anlage spielte in dieser Konfiguration während der Langen Nacht der Ohren 2019. Noch niemals zuvor kamen derart viele Besucher nach dem Hören auf uns zu und lobten die Anlage!

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