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Grado Epoch

Die amerikanische Firma Grado ist unter Kennern berühmt für wundervolle Tonabnehmer und Kopfhörer. Weltweit erfreuen sich Studio-Musiker und High-Fidele daheim an dem schönen Grado-Klang: Klangfarben, feine Auflösung und auch für Einsteiger bezahlbar.

Nun hat Grado zwei neue Tonabnehmer entwickelt, die in jeder Hinsicht Meilensteine sind. Das Grado Aeon und das Grado Epoch basieren auf der Grado Statement Serie, führen jedoch die TEchnik an die Grenze des Machbaren. Und bezahlbaren, denn das Aeon kostet 7000€, das Epoch gar 14.000€.

Wir hatten Gelegenheit, das Grado Epoch auszuprobieren. Gleich vorweg: das System ist ein echter Traum! Kaum zu glauben: es ist noch besser als unsere Unter-Zehntausend-Euro-Systeme.

Zunächst lief das System sich in einem SME Model12A warm. Einige Schallplatten später war klar: hier geschah etwas außergewöhnliches. Die Musik schien sich völlig von der Anlage zu lösen und frei im Raum zu schweben. Ob Rock, Jazz oder Klassik: das war von einem anderen Stern! Der SME ist dank moderner CrystalCable Verkabelung angenehm neutral mit der Tendenz zur sportlichen Dynamik. Das Grado war jedoch wohl "eine Nummer zu groß" für dieses Laufwerk - was man auch angesichts der Preis-Relationen bereits geahnt hatte: der Plattenspieler kostet unter 10.000€, das System liegt mit 14.000€ deutlich darüber.

Daher wechselte das Grado in einen Brinkmann Bardo mit Brinkmann 10.5 Tonarm und Cardas ClearByeond Phonokabel. Das gesamte Klang-Geschehen veränderte sich deutlich: die Musik wurde flüssiger, logischer und stimmiger. Die Detail-Auflösung wurde nochmals besser, der Bass bekam mehr Wucht.

Was macht ein solcher Tonabnehmer anders als ein "gewöhnliches" Grado? Einfache Antwort: alles und nichts. Das "nichts" bezieht sich auf klangliche Verfärbungen - hier ist das Grado Epoch geradezu mustergültig neutral, ja: unhörbar. Das Epoch macht aber viel mehr von allem: es löst unglaublich gut auf. Man entdeckt bei all seinen Schallplatten spannende Details, die bislang ungehört waren. Die räumliche Tiefenstaffelung ist unglaublich: je nach Aufnahmeraum verwandelt sich der Hörraum in eine Jazz-Kneipe, eine Kirche, einen Konzertsaal oder in ein Studio. Selten so spannende Details wahrgenommen - wobei all diese vielen Feinheiten den musikalischen Fluss nicht stören. Im Gegenteil: sie werden Bestandteil eines größeren Ganzen.

Diese packende Spannung, die dieser Tonabnehmer aufbaut, kommt nicht nur "intellektueller" Musik zugute. Gerade auch gute Rock, Pop und Country lebt auf. Hören Sie sich beispielsweise Jim Croce an: auf diesem Sampler sind einige seiner bekanntesten Stücke vereint, die Aufnahmequalität reicht von gerade-noch-ok bis zu sehr-gut. Wie seine Gitarre vibriert, das Timbre der Saiten, seine Stimme im Raum steht - das ist ganz große Klasse! Kaum zu glauben, was bei dieser Musik spannendes zu entdecken ist. Selbst mit den Stücken mittelmäßiger Aufnahmequalität konnte das Grado etwas anfangen. Schließlich will man auch als High-Ender seinen Musikgeschmack nicht nach Aufnahmequalität ausrichten, sondern Musik hören. Und genau das macht dieses Grado: es spielt, es musiziert.

Eine meiner Lieblings-Test-LPs ist diese hier: die Bach Kantate BWV19 mit dem Bach-Ensemble Helmut Rilling. Alle Kantaten dieser Serie sind außergewöhnlich gtu aufgenommen. Eine gute Anlage vermag den Zuhörer in die Höhen und Tiefen dieser wunderschönen Musik zu entführen. Der große Eingangschor ist mehrstimmig - eine spannende Herausforderung für jede HiFi-Anlage. Das Grado bereitete die Musik derart mühelos auf, dass man es kaum glauben konnte.Ich kann mich nicht erinnern, diese Musik zuvor derart grandios gehört zu haben.

Fazit

Dieser Tonabnehmer ist extrem teuer. Er braucht eine großartige Anlage. Das schränkt den Interessentenkreis stark ein. Schade eigentlich, denn dieser Abtaster vermittelt eine musikalische Tiefe, gewährt Einblicke in die Musik wie kaum ein anderer Tonabnehmer. Das wünscht sich wohl jeder Musik-Liebhaber. Wohl dem, der sich dieses Juwel leisten mag.

Elektronik

  • Plattenspieler SME Model12A mit CrystalCabe-Verkabelung und Stillpoints Ultra6 Stellfüßen, Stromkabel Transparent Reference PowerCord
  • Plattenspieler Brindkmann Bardo mit Tonarm Brinkmann 10.5, Brinkmann RöNt Netzteil an Stromkabel Kondo Persimmon, Phonokabel Cardas ClearBeyond, Stellfüße Stillpoints UltraSS, Plattenbeschwerer Stillpoints LPi, Stromkabel
  • Phonostufe Kondo M7/Phono auf Stillpoints Ultra6, Stromkabel Kondo Avocado
  • Vollverstärker Kondo Overture PM2i auf Stillpoints Ultra6, Stromkabel Kondo Avocado
  • Lautsprecher YG Hailey2.2 auf Stillpoints Ultra5, Bi-Wiring-Verkabelung mit Kondo Operia SPc 2.5
  • Stromverteiler Vibex Granada Platinum, Zuleitung Transparent Reference PowerCord
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