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High-End Anlage: DeVore - EAR Yoshino - Thales

Als HiFi-Händler muss man viele Fragen beantworten, Anlagen aufbauen, umbauen und vorführen. Die meisten Besucher vermuten, ich würde den lieben langen Tag nur Musik hören, High-End Voodoo-Zubehör ausprobieren und Kaffee trinken. Unter uns: das wäre mir nicht ganz unrecht... Aber der Alltag sieht anders aus. Und das ist vielleicht auch ganz gut so - und macht auch viel Spaß!
Ab und an muss man auch mal eine kleine Auszeit nehmen. Dann baue ich mir eine Anlage auf, die nichts mehr zu wünschen übrig lässt. Das muss gar nicht heißen: "man nehme das Teuerste". Ein paar Euro kosten die Geräte schon - aber es kommt nicht so sehr auf den höchsten Preis an, sondern auf ein gutes Zusammenspiel der Einzelteile.
Hier eine Anlage, mit der man die Welt vergessen kann. Wer sich auf eine einsame Insel wünscht, sollte diese Musik-Anlage mitnehmen (und für Strom auf der Insel sorgen)

Es ging zunächst darum, die Lautsprecher angemessen zu bespielen. Die DeVore OrangUtan 96 ist ein Hochwirkgungsgrad-Lautsprecher. Das bedeutet: der Lautsprecher begnügt sich mit sehr wenigen Watt, um sehr laut zu werden. Das bedeutet zugleich: her mit den kleinen Röhren! Am besten Single-Ended. Schöne Klangfarben, Super-Raum, knackige Bässe, feine Höhen. Ganz einfach eigentlich: alles so gut wie möglich, alles zugleich, keine Abstriche!

Da kam mir die EAR Yoshino 869 gerade recht: eine Endstufe mit 15 Watt, single-ended, dabei bezahlbar (etwas über 5000€). Ich hatte zwar die Version zur Hand, die als Vollverstärker nutzbar wäre: ein passiver Eingangs-Umschalter und ein Lautstärke-Poti im Eingangszweig genügen zum Betrieb. Aber weil ich ja richtig gut Musik hören wollte - und weil ohnehin ein Plattenspieler (was sonst?) als Quelle aufgebaut werden sollte, habe ich mir die Überflieger-Vorstufe EAR Yoshino 868PL geschnappt. Dieser kleine Kasten ist echtes High-End zum Schnäppchenpreis: für knappe 6000€ bekommt man nicht nur eine der besten Vorstufen auf diesem Planeten unter 10.000€, sondern auch gleich noch eine traumhafte Phonostufe dazu. Alles in Röhrentechnik inklusive erstklassigem MC-Übertrager. Wem das nicht gefällt, muss zum Ohrenarzt!

Fehlt noch der Plattenspieler. Kurz überlegt: Lautsprecher mit neutralem, minimal vollen Klang und exzellentem Bass - Verstärker mit traumhafter Auflösung, minimal warmem Klangbild, bäriger Grobdynamik und zarter Fein-Dynamik. Da braucht es einen sportlich zackigen Player der Oberklasse! Ich habe mich für den Thales TTT Slim2 mit MC-Abtaster EMT VM entschieden. Der Thales ist sehr kompakt aufgebaut - Understatement pur. Der Antrieb läuft mit eingebautem Akku viele Stunden. Der geniale Tangentialtonarm ist einfach zu bedienen und klingt fantastisch! Phonokabel je nach Laune und Geldbeutel: Thales Phonokabel für kräftigen Druck oder Cardas Clear Beyond (noch mal einen Tausender mehr, aber dafür ein noch tief reichender Bass, feinere Mitten und etwas mehr Raum).

Die Signal-Kabel kommen von Kondo: ein Cinch-Silberkabel von Vor- zu Endstufe und ein Kupferkabel zu den Lautsprechern. Stromkabel ebenso: die überragend guten Kondo Kupfer-Stromkabel dürfen hier nicht fehlen! Schließlich will ich doch Dynamik und Spannung! Ohne solche Stromkabel würde die Anlage schlapp und lahm klingen. Leider hatte ich keinen Vibex-Stromverteiler zur Hand, daher musste eine Audioplan aushelfen - das war zu verschmerzen.
Fehlen noch Stillpoints Anti-Vibrations-Füsse unter Vor- und Endstufe und die Thales Anti-Vibrations-Basis unter den Plattenspieler. Denn nur mit dieser Aufstellung wird das Klangbild messerscharf, detailreich und räumlich tief. Ein Stillpoints LPi als Beschwerer für die Schallplatten rundet das Paket ab.

Diese Anlage kann klanglich wirklich Besonderes bieten! Eine kleine Bach-Kanate gelingt diesem Gespann ebenso glaubwürdig wie eine BlueNote Scheibe aus den frühen 1960igern. Große Orchester werden weiträumig abgebildet, große Dynamik und ein schöner Gänsehaut-Tiefbass machen Wagner und Mahler zu einem echten Erlebnis.

So richtig in ihrem Element ist diese Anlage auch mit normalem Musikmaterial. Man hat ja nicht nur High-End-Aufnahmen, sondern viele gute Scheiben. Und diese Musik muss "laufen". Genau das kann eine gut abgestimmte Anlage: Nervenkitzel und Spannung "besser als live"!

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