Die magische Zauberkiste der HiFi-Zunft: Zubehör zur Verbesserung des Klanges. Eine Erfindung der Industrie und Händler, um ahnungslosen Technik-Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen? Voodoo für Spinner?  Echte Innovationen, die auf verfeinerter Technik basieren?

HiFi-Tuning soll - so meine Definition - die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Musikhörens steigern. Jede Änderung innerhalb der HiFi-Geräte, des Hörraumes (bei Wiedergabe über Lautsprecher) und hinsichtlich des Hör-Vermögens soll dazu führen, dass der Hörer die Musik besser versteht, ihr besser folgen kann, mehr Spaß am Musikhören hat.

Wie kann nun eine solche Steigerung erzielt werden?

Betrachten wir den Weg der Musik:

Musiker "machen" Musik - eine Aufnahme entsteht - wird abgemischt und auf Konserve gebannt - vervielfältigt - aus der Konserve herausgeholt (abgespielt und dabei in elektrische Signale umgewandelt) - elektrisch verstärkt - in Luftschall gewandelt - gelangt zum Ohr - wird dort an unseren Hörsinn geleitet und in Musik-Erfahrung übersetzt.
Ein langer Weg, auf dem Manches verloren geht.

Nehmen wir vereinfachend an, dass der Musik-Genuß umso größer ist, je weniger Fehler wir bei dieser Kette machen. Nehmen wir weiterhin an, dass die derzeit bekannten Gesetzmäßigkeiten unserer Umwelt ausreichen, um derartige Verbesserungen praktisch umzusetzen. Nehmen wir an, dass wir nur solche Dinge ändern, die uns zugänglich sind. Dann können wir unsere Bemühungen etwas eingrenzen.

Wir werden also nicht die Aufnahme selbst beeinflussen können, auch Abmischung, Konservierung und Vervielfältigung ist außerhalb unseres Einflusses. Wir können zwar darauf achten, dass wir möglichst gute Aufnahmen hören, wir können häufig auch das Speichermedium wählen: laden wir die Aufnahme schnell aus dem Internet, nehmen wir eine CD oder vielleicht doch eine Schallplatte?

Klang-Tuning an LP und CD

Nun kommen wir langsam zu Maßnahmen, die wir beeinflussen können. Wir können darauf achten, das der Musikspeicher optimal umsorgt wird.

Schallplatten: Reinigen Sie Ihre Schallplatte. Eine Plattenbürste gehört zur Grundausstattung eines Vinyl-Hörer, sie entfernt groben Staub und Schmutz. Anspruchsvolle Hörer reinigen alle Schallplatten mit einer Waschmaschine oder - noch viel besser - mit einer Ultraschall-Reinigung. Dadurch werden feine Verunreinigungen entfernt, Details werden also "freigelegt", deutlicher wiedergegeben und damit wird die Musik intensiver erlebt.
Sie werden bei keiner unserer Vorführungen erleben, das nicht eine Carbonbürste in der Nähe liegt. Alle unsere Vorführplatten sind mit Ultraschall-Reinigung behandelt. Wir halten die Wirkung dieser Maßnahmen für unverzichtbar in einer guten Anlage. Die Kosten sind lächerlich Gering im Verhältnis zur Verbesserung der Musik.Wiedergabe.
Natürlich darf die Rille nicht mechanisch beschädigt werden.
Sollten Sie Ihre Schallplatten entmagnetisieren? Es gibt Hersteller, die LP-Entmagnetisierer anbieten. Wir haben in Blindtests keinen (wirklich überhaupt keinen) Einfluss feststellen können. Das dürfte auch schwierig werden: Vinyl ist nicht magnetisch - jedenfalls nicht in einer messbaren Größenordnung. Daher empfehlen wir Ihnen, Ihr Geld nicht für einen LP-Entmagnetisierer auszugeben - spenden Sie das Geld gemeinnützig, dann fühlen Sie sich besser, sie sind gut gelaunt und deshalb wird Musik besser klingen...
Sollten Sie Ihre Schallplatten statisch entladen? Vinyl wird bei einer Ultraschallreinigung entladen (die Elektronen werden durchgeschüttelt und dabei erfolgt die Entladung). Es gibt Geräte, die eine Ladung aufbauen und dadurch die auf dem Vinyl sitzende  Ladung neutralisieren. Eine entladene LP zieht Staub nicht mehr "aktiv" an, das kann von Vorteil sein. Allerdings ist loser Staub (auch solcher, der durch statische Ladung gehalten wird) kein Problem; er wird beim Abspielen von der Nadel zur Seite geschoben - unhörbar, da die Staubteilchen kein nennenswertes Gewicht mitbringen).
Das Abtasten erfolgt mechanisch, eine statische Ladung hat darauf keinen (absolut überhaupt keinen) Einfluß. Daher wirkt sich eine statische elektrische Ladung nicht auf die Wiedergabe aus. Zudem lädt sich jede LP beim Abspielen wieder auf. Eine geladene LP klingt identisch gleich wie eine entladene LP. Das Abführen der statischen Ladung vom Vinyl kann sinnvoll sein, damit die LP möglichst nicht verschmutzt. Zur Klangsteigerung ist das Entladung wirkungslos.

CDs müssen eine saubere Oberfläche haben, damit der CD-Player fehlerfrei die Bits lesen kann.
Das Auslesen kann durch Maßnahmen verbessert werden: es gibt Spaßys, die die CD-Oberfläche von Unregelmäßigkeiten oder Schmutz befreien. Sie können CDs anfasen (die Seitenkante anfeilen) und/oder schwärzen (Permament-Filzstift). Wir konnten durch diese Maßnahmen keine Klangverbesserung feststellen.
Wir wischen gelegentlich mit einem Mikrofasertuch die glänzende Seite einer CD ab und entfernen Fingerabdrücke und anderen Schmutz. Sie erhalten highendige Mikrofasertücher in jedem Drogeriemarkt.
Sollten Sie Ihre CDs statisch entladen? Es gibt Sprays und Tücher, mit der Sie Ihre CDs behandeln können. Manch ein Hersteller verspricht den Abbau innerer Spannungen im Trägermaterial der CDs. Wir konnten keinen Einfluß dieser Maßnahmen feststellen.

Kommen wir nun zu Verbesserungen an der Wiedergabe-Kette.

Betrachten wir unsere Möglichkeiten:

(1) HiFi-Geräte arbeiten nach Gesetzen der Elektrotechnik und Mechanik (hierzu zähle ich auch akustische Vorgänge). Zubehör muss - soll es den Gesetzen der Physik entsprechen - entweder elektrisch auf die HiFi-Geräte einwirken oder mechanisch.

(2) Verbesserungen des Hör-Raumes verbessern die Akustik, mithin die Fähigkeit von Lautsprechern, eine Aufnahme bestimmungsgemäß zum Gehör des Musikhörers zu transportieren.

(3) Das Musikhören findet im Kopf statt - Hören ist eine überaus komplexe Tätigkeit unseres Gehirns, die erlernt werden muss. Nicht jeder Mensch hört musikalische Feinheiten, bloß weil er zwei Ohren am Kopf hat. Hören ist also eine Fähigkeit, die man sich erwerben muss durch jahrelanges Training. Menschen entwickeln dabei auch persönliche Vorlieben.

Wenn wir nun überlegen, wie wir Musik intensiver erleben können, gelingt dies am Besten dann, wenn wir Maßnahmen ergreifen, die einen erklärbaren und nachvollziehbaren Einfluß haben. Ich bewerte jede Veränderung positiv, wenn ich eindeutig und blind eine Verbesserung hören kann und diese Verbesserung auch benennen kann. Diese Verbesserung muss auch anderen Hörern erfahrbar sein.

Wenn ich eine Maßnahme ergreife und den Einfluss messen oder erfahren möchte, darf ich keine weiteren anderweitigen Veränderungen vornehmen - es sei denn, es handelt sich um eine "größere" Maßnahme, die aus einer Reihe von Teil-Maßnahmen besteht. Ich muss dann begründen können, weshalb diese Teilmaßnahmen nur gemeinsam wirken.

Praktische Beispiele

Netz-Strom

Stromversorgung beeinflusst den Klang. Die Entwickler setzen bei ihren Schaltungs-Entwürfen voraus, dass die Netzspannung eine konstante Größe und Frequenz besitzt (in Deutschland 230 Volt und 50 Hz). Langsame Schwankungen sind zumeist unschädlich und sind von den Entwicklern berücksichtigt. Kurzzeitige Schwankungen (gar im kHz-Bereich, man spricht dann von Verzerrungen) können jedoch einen negativen Einfluss haben. Diese Stör-Spannung fließen über Umwege zum Signalweg - fast immer über Erdung. Daher verbessern praktisch alle Maßnahmen den Klang, die die Erdung der Geräte (untereinander wie auch zu einer gemeinsamen Erde) und die Unterdrückung dieser Störströme zum Ziel haben. Die Auswirkung auf den Klang: bessere Details, bessere Räumlichkeit, damit bessere Feindynamik und "interessantere" Musik.

Das korrekte Ausphasen aller Geräte verringert Störströme. Diese Maßnahme ist die billigste und wirkungsvollste Tuningmaßnahme überhaupt! Wie das funktioniert, habe ich an anderer Stelle beschrieben. Wer eine HiFi-Anlage benutzt und sie nicht ausphast, ist selbst schuld! Korrektes Ausphasen ist eine unabdingbare Grundlage. Kaufen Sie kein weiteres Zubehör, kaufen Sie kein teures Kabel, bevor Sie nicht Ihre Geräte ausgephast haben. Erst dann machen Sie den nächsten Schritt!
Das Ausphasen kostet entweder nichts (falls ein Fachmann das macht) oder knapp 30€ für ein Meßgerät (Supra AC-Tester).

Je besser und teurer Ihre HiFi-Anlage ist, umso mehr Details, Räumlichkeit, Fein-Auflösung und damit musikalische Spannung sollte die Anlage hergeben. Je mehr Geld Sie investieren, umso packender muss die Musik klingen, umso mehr Spaß müssen (ja: müssen!) Sie beim Hören haben. Verbesserte Stromversorgung erreicht genau dies! Immer und mit jedem Gerät.

Benutzen Sie angemessene Stromkabel und Strom-Verteiler (Mehrfach-Dose). Geben Sie ungefähr 10-20% der Gerätepreise für Strom-Kabel und Verteiler aus. Sie sind unsicher, ob das etwas bringt? Dann testen Sie Kabel von Supra für Anlagen mit Geräten bis ca. 1000€; für hochwertigere Komponenten probieren Sie Netzkabel von Transparent Cable, Kondo oder Tellurium. Diese Kabel sind ihr Geld wert und tun , was sie versprechen. Immer.
Wie erkennen Sie ein gutes Stromkabel? Nicht am Kabel-Durchmesser. Nicht an der Farbe. Nicht am Preis. Nicht an den Steckern und Buchsen. Nicht an Testberichten. Nur am besseren Klang. Fragen Sie Ihren Händler und nehmen Sie die Kabel übers Wochenende mit nach Hause. Nehmen Sie Kabel von Supra, Transparent Cable, Kondo oder Tellurium.
Gute Stromkabel gibt es ab ca. 100€, richtig spannend wird ab ca. 300€. Eine gute Steckerleiste gibt es ab ca. 100€, aber richtig gute Netzleisten kosten 500€ bis 5.000€ (die teuren haben Spannungs-Filter eingebaut).

Danach erproben Sie Filter. Es gibt Stromfilter (die liegen in Reihe zum Verbraucher) und Spannungsfilter (parallel zum Verbraucher).
Stromfilter sind einfach zu bauen, bremsen aber den Strom. Setzen Sie Stromfilter nur bei Gerten ein, die konstant immer den gleichen Strom brauchen - also beispielsweise CD-Player, Plattenspieler. Endstufen brauchen je nach Lautstärke mal mehr, mal weniger Strom. Solche Verbraucher klingen "schlapp" und langweilig, wenn Sie einen Stromfilter zwischen schalten.
Wir benutzen Stromfilter nur selten, dann gerne in Verbindung mit einem Trenntrafo (Audioplan FineFilter, PowerPlant).
Spannungsfilter sind teuer und aufwendig. Sie verbessern aber den Klang auf elegantere Art als Stromfilter. Spannungsfilter sind häufig Stecker-Elemente, die sie in freie Buchsen der Steckerleiste stecken. es gibt auch einige Steckerleisten, die bereits derartige Filter eingebaut haben. Je mehr dieser Filter sie einstecken, umso besser wird der Klang - bis zu der Grenze, die durch die Qualität Ihrer HiFi-Anlage gegeben ist. Das erste Filter wird einen deutlichen Gewinn hörbar machen, das zweite etwas weniger, das dritte noch weniger usw... Viele Hörer entscheiden sich für ein oder zwei derartige Filter. Gute Spannungsfilter kosten zwischen 500€ und 5.000€.
Wir benutzen für Vorführungen von High-End-Anlagen (Geräte-Preise ab ca. 5.000€) immer Spannungsfilter - je nach Verfügbarkeit von Vibex oder Transparent.

Aufstellung

HiFi-Getäte müssen so gestellt werden, dass sie mechanisch stabil stehen. Sie dürfen nicht wackeln. Mechanische Schwingungen dürfen nicht zum Gerät gelangen. Schwingungen, die vom Gerät selbst erzeugt werden, müssen gezielt fortgeleitet werden. unerwünschte Schwingungen stören bei Schallpatte und CD den Abtast-Vorgang, bei Verstärkern werden Ströme in die Leiterbahnen induziert, bei Lautsprechern die Membranauslenkung verfälscht.

Sie können sich ein HiFi-Rack kaufen. Einfacher (und preiswerter und klanglich besser) ist es, Geräte auf Schieferplatten zu stellen. Es zählt nicht das Gewicht, sondern die Struktur der Stellfläche! Falls Sie keinen Schiefer nehmen möchte, geht auch Holz (Schichtholz oder Massivholz), Acryl oder MDF. Sehr schlecht ist Glas und Metall - solche Stellflächen verschlechtern den Klang ganz erheblich.
Lautsprecher sollten auf Beton, Stein oder anderen schwere, Untergrund stehen. Unter Lautsprechern zählt Gewicht mehr als Struktur.

Geräte-Füße sorgen dafür, dass das Gerät sicher steht. Jede Änderung an den Füßen ändert auch in geringem Maße den Klang. Fast alle preiswerten Füße bieten keine Verbesserung, sondern nur eine Veränderung des Klangs. Sehr häufig klingt das Gerät sogar schlechter als ohne die "Spezial"-Füße. Vollmetallspikes empfehlen wir daher nicht, es sei denn, der Hersteller hat das Gerät ab Werk damit ausgestattet (und dann den mechanischen Aufbau darauf optimiert). Dämpfende Füße sind nur in speziellen Fällen eine Verbesserung, daher auch hier keine allgemeine Empfehlung dafür.

Wenn Sie Ihre Geräte auf geeigneter Stellfläche positioniert haben (und erst dann!), probieren Sie RDC-Spikes. Die RDCs sind preiswert, zerkratzen die Möbel nicht und sehen recht gut aus.
Es geht aber auch viel viel besser! Hochwertige Geräte (bei Preisen ab ca. 5.000€) stellen wir immer (ja: immer!) auf Stillpoints. Sie leiten Schwingungen vom Gerät um 90Grad um in die Stellfläche (und dann werden sie im Schiefer regelrecht vernichtet). Schwingungen von der Stellfläche werden weitgehend blockiert). Diese Füße sind teuer (3er-Sets ab ca. 500€), daher ungeeignet für Budget-Anlagen. Sie verbessern die Feindynamik, Detail-Reichtum und das Timing (Präzision) derart drastisch, dass jede andere Maßnahme ein Vielfaches kosten würde. Stillpoints sind sensationell gut unter Plattenspielern und Röhren-Verstärkern. Wenn Sie einen Vinyldreher besitzen, der mehr als 2.000€ gekostet hat und nicht auf Stillpoints steht, dann sollten Sie das schleunigst nachholen.

Weitere Beispiele folgen