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High-End Technikabend

2. Dezember 2016: ein verführerischer Abend mit großartigen HiFi-Geräten und toller Musik!

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Schwerpunkt dieses Abends waren Verstärker und Lautsprecher. Wir hatten zwei Anlagen vorstellen, die echtes High-End-Feeling vermitteln. Im Vergleich spielte eine exzellente Anlage mit kleinerem Preisschild spielen. Ein solcher Vergleich ermöglicht dem Spezialisten ebenso wie einem Laien, was "High-End" tatsächlich bedeutet. Denn wir meinen: High-End ist nicht ein bisschen mehr Klang, sondern sehr viel mehr! Erst mit High-End können Sie Musik in ihrer vollen Schönheit erleben.

High-End-Anlage Nagra-Avalon
- Nagra Classic Int - der neue Vollverstärker aus der Schweiz
- Avalon Transcendent Lautsprecher
Als Quell-Geräte waren angeschlossen:
- Nagra CDC CD-Spieler
- Brinkmann Bardo Plattenspieler mit MC-System Dynavector Te Kaitor Rua, Cardas Clear Phonokabel, EAR Yoshino Phonostufe
- Ansuz Diamond NF- und Lautsprecherkabel
- Ansuz X Stromkabel und Ansuz D Netzfilter-Leiste

High-End-Anlage EAR Yoshino - PMC
- EAR Yoshino 868PL Röhren-Vorstufe mit Phono-Stufe
- EAR Yoshino Endstufe 8L6 - Röhren-Endverstärker 2x50 Watt EL34
- PMC fact.8
Als Quellgeräte waren angeschlossen:
- EAR Yoshino SACD-DAC Digital-Player
- Kuzma Stabi S mit Stogi S Tonarm (Cardas-Verkabelung), Doppel-Plattenteller udn Antriebssteuerung, Grado Reference Master2 MI-System an Phonoeingang in EAR 868PL
- Cardas Clear Sky NF-Kabel, Cardas Clear Stromkabel, Cardas Clear Lautsprecherkabel

Vergleichsanlage mit kleinem Preisschild
- Marantz PM-7005 Verstärker
- Marantz CD-6006 CD-Spieler
- Tannoy Revolution Lautsprecher
- StraighWire Melody NF-Kabel und Lautsprecherkabel; Tellurium Blue Power Stromkabel

Die drei HiFi-Anlagen im Überblick

Wir hatten drei Anlagen zusammen gestellt, die beispielhaft für das jeweilige Preis-Segment stehen. Dabei hatten wir jede Anlage sorgfältig abgestimmt: alle Einzel-Komponenten harmonierten gut miteinander, Verstärker und Lautsprecher "konnten miteinander", alle Komponenten waren mit hochwertigen Strom- und Signalkabeln verbunden. Zudem war dei Abstufung bewusst deutlich gewählt: die "kleine Anlage" (Marantz-Tannoy) kostete komplett ungefähr so viel wie ein einziges Gerät der teureren Anlage (EAR-PMC). Gleiches galt auch zur "großen" High-End-Anlage (Nagra-Avalon): wieder kostete deren Einzelgeräte mindestens so viel wie die komplette mittlere Anlage. Ein preislich deutliche Abstand! Was würde das wohl für die Musikwiedergabe bedeuten? Hört "man" diesen gewaltigen Preis-Unterschied?

Hören wir den Unterschied?

Beginnen wir mit der "kleinen" HiFi-Anlage, bestehend aus Marantz-Komponenten und Tannoy Lautsprechern.  Die Anlage würde insgesamt ca. 4.000 Euro kosten - ein Preis, den viele Musikhörer bereits als hoch einstufen. Die Anlage spielte preis-gemäß exzellent. Eine sehr ansprechende Raum-Abbildung, lebendige Dynamik und präsente Mitten sorgten für standesgemäßen Hör-Spaß. Wir begannen mit einem spektakulär aufgenommen Jazz-Stück. Die Musik kam immer von SACD, so konnte der Marantz SACD-Player seine technisch hochwertige Technik zur Geltung bringen. Die Musik spielte springlebendig. Auch Jacintha erklang angenehm mit guter Räumlichkeit. Ein Ausschnitt einer Bach-Kantate mit großem Chor jedoch zeigte deutlich die Limitierung der Anlage: trotz guter Räumlichkeit wirkten die Stimmen etwas angestrengt, belegt und nicht gut differenziert.

jacintha-is-her-name Jacintha is her name

Im Vergleich hörten wir alle Stücke über die EAR-PMC-Anlage. Und die Unterschiede wurden umso besser hörbar, je vielschichtiger die Musik war.  Das Jazz-Stück spielte auf der großartigen Röhren-Kette deutlich plastischer, dabei ruhiger und zugleich packender und dynamischer. Mehr Spaß - aber insgesamt eben "nur etwas besser". Jacintha jedoch sang über die EAR Yoshino Geräte mit viel mehr Schmelz, Innigkeit und Spannung. Wirkte das Stück über die Marantz-Kette nett und brav, wurde Jacintha bei EAR Yoshino zur sinnlichen Verführung. Kaum zu glauben, dass wir die identische CD hörten! Der EAR Yoshino SACD-Player zeigte "nebenbei", wie überaus gut hochauflösende Digitaltechnik klingen kann! Die Bach-Kantate schließlich klang auf der großen EAR-Kette packend, offen und detailreich, man verstand jedes Wort, keine Spur von Rauigkeit oder Schärfe. Auch hier meinte man, eine andere Aufnahme zu hören im Vergleich zur Marantz-Kombi. Ich möchte behaupten: mit der EAR Kette wird man vermutlich zum Bach-Liebhaber und kauft sich alle Kantaten (es gibt derer über 200!). Mit der Marantz-Kombi mag man gut Musik hören, wird aber mehr Mühe haben, in die höheren Sphären des musikalischen Universums einzutauchen.

Nun fragt man sich: was soll da noch kommen? Die EAR-Anlage musizierte mit den PMC fact.8 derart gut, dass kaum noch eine Steigerung möglich schien....

ella-fitzgerald-like-someone-in-love Ella Fitzgerald: Like Someone in Love - 2-LP-Set remastered auf 45rpm, Stereo-Aufnahme von 1957

Schallplatte auf den Bardo, Dynavector in die Rille, am Nagra Int laut stellen - und nach wenigen Sekunden ist klar: hier spielt nochmals eine ganz andere Liga! Die Anlage mit Nagra Vollverstärker und Avalon Lautsprechern entführte uns in einen anderen Spiralarm der musikalischen Galaxis! Tschaikovskis 4. Sinfonie gefällig (eine ultraschall-gereinigte Flohmarkt-LP aus den 1970er)? Oder Ella Fitzgerald (eine nagelneue 45rpm AnalogProduction LP), Oder doch lieber Herbert Grönemeyer live?

Liechtenstein: "schönes Boot aus Klang" Liechtenstein: "schönes Boot aus Klang"

Direktschnitt-LP aus den Emil-Berliner-Studios? Gang gleich, welche Musik wir hörten: hier ging die Post ab! Großer Raum, tiefe Bühne, packende Dynamik und Wucht, zugleich feinste Mikrodynamik und Detail-Reichtum, gefühlvolle Stimmung. So spielt High-End! Teuer? Ja! Zu teuer? Nein! Jeden Cent wert!!

Fazit

Man mag sich über den hohen Preis mokieren, mag über die altmodische Schallplatte lächeln und hochwertige Stromkabel als Spinnerei abtun. Als Musik-Liebhaber braucht man all diese Dinge jedoch. High-End klingt nicht einfach nur irgendwie besser. High-End erschließt dem Musikhörer ein musikalisches Universum, das nur mit diesem hohen Aufwand erlebbar ist.

So schwierig - und so einfach ist das...

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