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Technikabend: Plattenspieler aller Preisklassen im Vergleich

technikabend-2015-07-03-123. Juli 2015 - Technikabend
Moderne Plattenspieler im Vergleich - durch alle Preisklassen

Ein Vergleichshören macht immer Spaß - vor allem, wenn die Geräte eine große Preisspanne überstreichen. An diesem Abend waren Plattenspieler zwischen 300€ und über 10.000€ zu hören. Wir würden sich die preiswerten Geräte anhören? Würde der ganz teure Player so viel besser sein? Lesen Sie selbst!

technikabend-2015-07-03-10An diesem Abend wurden verglichen:

-- Pro-Ject Debut Carbon (Preis ab ca. 350€) mit MM-System Ortofon 2M Red

-- Rega RP 3 (Preis ab ca. 800€) mit MM-System Clearaudio Performer V2

-- Pro-Ject Xpression Classic (Preis ab ca. 800€) mit MM-System Ortofon 2M Red

-- Rega RP 8 (Preis ab ca. 2.800€) mit MC-System Rega Apheta 2

-- Nottingham Envogue Spacedeck (Preis ab ca. 2.500€) mit MC-System Ortofon Quintet Black

-- Brinkmann Bardo (Preis ab ca. 8.000€) mit MC-System Clearaudio Stradivari

technikabend-2015-07-03-3Unsere Anlage bestand für diesen Abend aus den Stand-Lautsprechern Jean-Marie Reynaud Euterpe Suprème (Paarpreis 2.850€) an einem Vollverstärker Cyrus 8i (ab 1.890€). Für alle MM-Systeme wurde die Phonostufe Graham Slee Jazz Club verwendet, die MC-Systeme spielten über einen Dynavector P50. Der teure Brinkmann Bardo spielte über eine MC-Phonostufe Nagra BPS.

Kurz und knapp: es war ganz eindeutig immer der teurere Plattenspieler der bessere. Selbst ein Vergleich von Geräten mit identischem Tonabnehmer (preiswerter Pro-Ject Debut Carbon v.s. Pro-Ject Xpression) liess den technisch aufwendigeren, teuren Plattenspieler auch deutlich besser klingen.

technikabend-2015-07-03-8Die Überraschung des Abends: Ich möchte über die eigentliche Überraschung dieses Abends berichten. Vorab eine Daumenregel: man weiß seit vielen Jahren, dass HiFi-Anlagen besonders gut klingen, wenn alle Komponenten qualitativ zueinander passen, also ein vergleichbares Qualitäts-Niveau haben. Es kommt nicht so sehr darauf an, dass einige wenige Teile der Anlage herausragend sind. Viel wichtiger ist eine ausgewogene Zusammenstellung: alle Komponenten einer guten HiFi-Kette sollten vergleichbar gut sind. Dazu gibt es weitere (im Grunde daraus abgeleitete) Daumenregeln: der Plattenspieler sollte ungefähr so teuer sein wie der Vollverstärker;  Regal-Lautsprecher sollten in etwas den Preis des Vollverstärkers haben; Stand-Boxen sollten in etwas das Doppelte des Vollverstärkers kosten. Abweichungen bis zu Faktor Zwei sind normal und zulässig.
Betrachtet man sich die Anlage dieses Abends, so treffen diese Daumenregeln auf Verstärker und Lautsprecher in etwas zu.
Hinsichtlich der Plattenspieler ist zu erwarten, dass sowohl der Rega RP8 wie auch der Nottingham einen stimmigen Eindruck hinterlassen sollten - beide liegen im Preisbereich des Verstärkers. Die Anlage dürfte mit den Pro-Ject Debut & Xpression sowie dem Rega RP3 unterfordert sein, der Brinkmann dürfte keinen nennenswerten Qualitäts-Sprung bieten.
Und tatsächlich: die Anlage klang mit Pro-Ject Debut und Xpression gut, mit Rega RP3 besser, spielte aber unter Niveau. Mit Rega RP8 und Nottingham Spacedeck hingegen klang alles sehr harmonisch, spaßig und stimmig.

technikabend-2015-07-03-6Soweit - so gut. Was aber passierte mit dem Brinkmann? Viel mehr, als ich erwartet hatte! Auch die Besucher waren mehr als überrascht: diese (aus Brinkmann Brado Perspektive) "preiswerte" "kleine" Anlage spielte mit dem Brinkmann derart viel besser, dass man meinte, eine andere Schallplatte zu hören! Die Anlage legte enorm zu. Es war kaum zu glauben: ein teures High-End-Laufwerk verschob die Qualitäts-Stufe der gesamten Anlage erstaunlich weit nach oben. Ich gestehe: so war das nicht geplant! Ich hatte den Brinkmann aufgebaut, um zu demonstrieren, dass ein High-End-Laufwerk in einer solchen Anlage keinen (!) angemessenen Spielpartner findet. Aber da hatte mich geirrt! Geirrt in der Performance der Jean-Marie Reynaud Lautsprecher ebenso wie in der Qualität des Pathos Classic One.

 

Und so wird vielen dieser Technikabend in Erinnerung bleiben als die Ausnahme von der Daumenregel! Solange ich mich aber zugunsten der Qualität irre, dürfte niemand wirklich erzürnt sein...

 

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