[caption id="attachment_893" align="alignleft" width="300"]Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015 Die große High-End-Anlage für den Analog-Digital Hörwettstreit[/caption]

Eine Veranstaltung vom 28. März 2015 bei PhonoPhono

Es gibt kaum ein Thema, das spannender für HiFi-Interessierte ist: klingt Schallplatte wirklich so gut wie eine CD? Oder ist es genau andersherum? Wieso warum weshalb??

Am 28. März 2015 war es wieder einmal so weit: wir luden ein zum Hörwettstreit zwischen analoger Schallplatte und digitaler Musikwiedergabe. Wir hatten vier HiFi-Anlagen vorbereitet, die in Vorführungen ihre Klangqualität bewiesen. Außerdem zeigten wir in einem Workshop, wie man einem Computer das High-End-Musikmachen beibringt.

Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015High-End #1
Diese Anlage sollte aus Geräten bestehen, die bereits eindeutig zur audiophile High-End-Klasse gehören, preisliche aber (für High-End-Verhältnisse) noch preiswert sind. Die Lautsprecher Marten Miles5 spielten am Röhrenverstärker Audiomat Aria. Ein Rega RP10 trat an gegen den Playback Designs MPS3 Digitalaudio-Player. Mit dieser Anlage wurde auch der Workshop gestaltet. Ein Blick auf die Preisschilder verriet: der Digitalplayer kostet fast das Doppelte des Plattenspielers.

Während der Vorführungen zeichnete sich schnell ab: der Plattenspieler konnte den CD-Player immer dann in die Schranken verweisen, wenn die digitalen Daten "nur" in CD-Qualität gespielt wurden: mit 16bit/44.1kHz konnte der PlaybackDesigns MPS-3 großen Spaß machen, aber der Rega RP10 spielte plastischer, räumlich tiefer und emotionaler. Sobald aber der MPS-3 mit hoher Digital-Auflösung gefüttert wurde, zog der mit dem Rega RP10 gleichauf. Ob nun DSD oder 24bit/192kHz: der MPS-3 spielte hochauflösend ebenso gut wie der Plattenspielers, wenn auch auf andere Weise: der Digitalplayer löste die Höhen feiner auf, konnte etwas besser die Instrumente herausarbeiten; der Plattenspieler hingegen klang emotionaler und räumlicher.
Es zeigte sich wieder einmal, dass die bekannte Daumenregel nichts an Aktualität eingebüßt hat: bei vergleichbarer Qualität kostet ein CD-Player deutlich mehr als das Doppelte eines Plattenspielers; bei höherer Digital-Auflösung (DSD, 192kHz, SACD) erreicht ein doppelt so teurer Digitalplayer bereits die Qualität eines Plattenspielers.

Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015High-End #2
Eine weitere High-End-Anlage war zu hören. Gerade waren brand-neue Standlautsprecher Raidho X3 eingetroffen. Als Verstärker entschieden wir uns für die preiswerten Jeff Rowland 125 Endstufen. Als Vorverstärker spendierten wir Welt-Klasse: Nagra Jazz. Auf Digital-Seite spielte der CD-Player Nagra CDC, der als einer der besten CD-Spieler der Welt gilt! Daher kam als Plattenspieler "nur" ein Brinkmann in Frage! Es spielte ein Brinkmann Bardo mit 10.5 Brinkmann Tonarm, Brinkmann Röhren-Netzteil und MC-System Clearaudio Stradivari.

Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015Diese Anlage ließ kein Auge trocken! Man kann es nicht anders beschreiben: hier passte alles. Welche Musik auch spielte: Raum, Klangfarben, Stimmung, Dynamik... Eine überaus feine Abstimmung und Ausgewogenheit machte es auch audiophilen Extremisten schwer, ein Haar in der Suppe zu finden.
Der CD-Player konnte rundum überzeugen; hier klang nichts nach "Digital". Der Plattenspieler hingegen legte gegenüber der CD nochmals zu. Schallplatten klangen noch räumlicher und hatten das gewisse Etwas; das audiophile Sahnehäubchen.

Diese Anlage stellte außergewöhnliche Anforderungen an alle Komponenten und auch deren Abstimmung zueinander (siehe Detail-Beschreibung unten). Das eigentliche Problem dieser Anlage war aber ein anderes: der hohe Preis verblasste angesichts der schieren Klangfülle, angesichts des irrsinnigen Hör-Spaßes. Man wollte einfach nur immer weiter hören und hören und hören. Eine Droge!

Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015Audiophile Leckerbissen #1
Auch preiswerte HiFi-Komponenten waren vertreten: der voll-digitale Verstärker NAD D3020 wird von Computer mit Musik gefüttert; zum Vergleich ist einer der besten Plattenspieler im "bürgerlichen" Preisbereich angeschlossen: der Rega RP1. Als Lautsprecher spendierten wir die brand-neuen Wharfedale Diamond 230 Standlautsprecher, die für knappe 700€ erschreckend gut klingen.
Wohlklang für kleines Budget und großen Anspruch.

Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015Diese Anlage war (neben der großen High-End-Kombi) der Star des Tages!

Ob nun von Computer die Musik spielte - oder ob der tolle Rega RP1 Plattenspieler sich drehte: Musik machte einfach Spaß. Man traute seinen Ohren kaum: der kleine NAD-Verstärker musizierte mit den Wharfedale Diamond 230 unglaublich harmonisch und unaufgeregt, konnte aber auch so richtig rocken. Digital klingt nicht? Unsinn! Schallplatte klingt besser? Vielleicht... Aber bei dieser Anlage war der Abstand zwischen Digital und Analog recht klein. Das lag vor allem an dem voll-digitalen NAD-Verstärker. Der D3020 hat spezielle NAD-Technik an Bord, die bei digitalen Signalen besonders gut klingt. Der analoge Eingang (Plattenspieler) wird intern digital gewandelt und verliert dabei ein wenig an Charme. Analog klingt immer noch gut, aber Digital hat beim NAD D3020 einen hörbaren Heimvorteil...

[caption id="attachment_884" align="alignleft" width="300"]Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015 Vinyl klingt einfach super![/caption]

Audiophile Leckerbissen #2
eine Anlage der Spitzenklasse - bezahlbar und fast highendig: an den Rega Vollverstärker Elicit-R sind der weltweit gefeierte Digitalplayer Rega Saturn-R und ein Plattenspieler Rega RP 8 angeschlossen. Alle Komponenten kosten einzeln ca. 2.500€ und kommen von Rega - mit Ausnahme der Lautsprecher: sie werden PMC Twenty 26 hören.

[caption id="attachment_883" align="alignright" width="300"]Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015 Eingerahmt von Lautsprechern (außen PMC twenty26, innen Wharfedale Diamond 230) die Rega-Anlage: oben Rega RP8m darunter der CD-Player Rega Saturn-R und der Vollverstärker Rega Elicit-R[/caption]

Hier wiederholte sich,was bereits in den anderen Anlagen klar wurde: wenn Plattenspieler und CD-Player in etwas gleich teuer sind, gewinnt der Plattenspieler. Der CD-Spieler Rega Saturn R spielte angenehm offen, rhythmisch spannend und ausgewogen. Der Plattenspieler Rega RP8 war dem CD-Spieler klar überlegen. Vor allem die Räumlichkeit von Schallplatte war hörbar besser, auch die emotionalen Anteile waren bei Platte schöner, spannender und intensiver.

[caption id="attachment_887" align="alignleft" width="300"]Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015 Andächtiges Lauschen: hört man den Unterschied? Jaaaaaaa :-)[/caption]

Digital-Audio-Workshop
Wir zeigten unsere digitale Trick-Kiste: wie kommt die Musik in den Computer? Wie holt man die Musik wieder heraus? Welche Programme braucht man dazu? Was ist ein Digital-Wandler? Worauf muss man sonst noch achten? Viele Fragen...
Falls Sie sich auch solche Fragen stellen: wir haben eine kleine Zusammenfassung geschrieben: download.

Vielleicht nur kurz, damit Sie einen Eindruck von dem Workshop bekommen: neben einiger Technik haben wir uns angehört, ob man die Auflösung von Musikdateien "hört": der gleiche Titel wurde mit 44.1kHz (CD-Qualität), dann 96kHz und auch 192kHz gespielt. Alle Besucher waren sich einig: der Unterschied war sehr deutlich hörbar! Je höher die Auflösung, umso besser die Räumlichkeit, umso spannender die Musik, umso mehr Atmosphäre und Stimmung war zu erleben.
Was theoretisch zu erwarten war, konnten die Besucher auf eindeutig hören!

Fazit
Die spannendsten Anlagen dieses Tages waren die Preiswerteste und die Teuerste. Eigentlich auch verständlich: die kleine Anlage zeigte, wie gut man bei sorgfältiger Geräte-Auswahl auch mit kleinem Budget hören kann. Die große High-End-Anlage zeigte, was heute mit Geld machbar ist: großartiger Klang, der jeden Cent Wert ist!
Für uns PhonoPhonoies war überraschend, wie groß das Interesse war. Wir hatten angesichts des schönen Wetters nicht mit so vielen Besuchern gerechnet. Das freut uns!

Herzlichen Dank an alle Besucher!


 

Details zu den Vorführ-Anlagen

High-End #1:
Der Plattenspieler Rega Rp10 war mit dem MC-System Rega Apheta2 ausgestattet; die Phonostufe Rega Aria sorgte für die nötige Vorverstärkung.
Unverzichtbar für die erstklassige Performance der Anlage war das Stromfilter Isotek Aquarius inkl. Stromzuleitungen von Isotek. Am Aquarius-Filter wurden für sämtlichen HiFi-Geräte die Feinstrom-Filterausgänge benutzt, Laptop und externe Festplatte hingen am etwas weniger gut gefilterten Hochstrom-Ausgang, wurden dort zusätzlich durch einen Trenntrafo von audioplan isoliert.
NF-Kabel und Lautsprecherkabel kamen von Transparent.
Der Röhrenverstärker Audiomat Aria stand auf Spezial-Füßen Nordost Sket (Feindynamik deutlich besser), alle externen Netzteile auf SSC Netpoints (eine weitere Verbesserung der Feindynamik). Alle Geräte wurden natürlich auf Schieferplatten gestellt, damit der Effekt der Spezial-Füße voll zur Geltung kommt.
Der Computer (ein Lenovo Laptop mit Intel I7-Prozessor, Windows 8.1 und Abspiel-Software JRiver) und die externe 4TB-USB3-Festplatte wurde über den Trenntrafo Audioplan PowerPlant S mit Strom versorgt; der Trenntrafo wiederum hing am Isotek-Filter Aquarius.
Der PC war über ein Transparent High-Performace USB-Kabel mit dem Playback Designs MPS-3 verbunden.

[caption id="attachment_891" align="alignright" width="300"]Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015 Nagra BPS Phonno-Vorverstärker, links die NF-Kabel von Ansuz, daneben die Leitung vom Brinkmann: Cardas ClearBlue. Besonders wichtig für guten Klang: eine Schale mit Mozartkugeln ;-)[/caption] [caption id="attachment_890" align="alignleft" width="300"]Analog-Digital - Veranstaltung bei PhonoPhono am 25.3.2015 Brinkmann Bardo auf Stillpoint Füßen, vonre am Brinkmann Tonarm ein Clearaudio Stradivari MC[/caption]

High-End #2
Man kann nur immer wieder betonten: solch eine Anlage ist nichts für Bastler und Frickler. Jeder Fehler schlägt unbarmherzig auf den Klang durch. Wobei nicht gemeint ist, dass nur super-gute Aufnahmen damit anhörbar sind. Im Gegenteil: diese Anlage macht auch aus einer mittelmäßigen Aufnahme ein Fest für die Ohren.
Vielmehr bringt ein einziges schlechtes Kabel, ein einziger Fehler bei der Geräte-Aufstellung die gesamte Anlage in klangliche Schieflage. High-End eben...
Der Plattenspieler stand natürlich auf Stillpoints (wer heute noch sein gutes Laufwerk ohne diese Füßchen betriebt, ist selbst schuld!), Phonokabel war ein Cardas ClearBlue (was sonst?), Phonostufe eine Nagra BPS (interne Übertrager ohne Abschlußwiderstand, potentialfrei). Das Röhrennetzteil stand auf SSC Netpoints.
Der CD-Spieler Nagra CDC stand auf Stillpoints (was sonst?), NF-Kabel Transparent.
Vorverstärker Nagra Jazz stand auf einer Nagra VFS, die beiden Netzteile standen auf SSC Netpoints.
Die gesamte Anlage wurde über ein Transparent PI-Ref gefiltert und mit Strom versorgt, alle Stromkabel waren Transparent Powerlink Reference.
Lautsprecherkabel Ansuz X (auch der Lautsprecher Raidho X3 kommt von diesem Hersteller).
Unter alle Geräten waren Schieferplatten, die ihrerseits mit MDF-Dämpfung versehen waren.

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Audiophile Leckerbissen #1
Der Plattenspieler Rega RP1 hatte das MM-System Ortofon 2MBlue eingebaut, Phonostufe war ein Graham Slee GramAmp2 Communicator (was sonst!?).
Stromversorgung: Supra Netzleiste (ohne Filter) und Supra-Netzkabel verbessern auch in preiswerten Anlagen ganz erheblich den Klang - für wenig Geld viel Klangverbesserung!
NF-Kabel ebenso wie Lautsprecherkabel kamen von Transparent.
Die Lautsprecher standen auf Audioplan Antispikes, alle Geräte auf Schieferplatten.

Audiophile Leckerbissen #2
Der Plattenspieler Rega RP8 war mit einem Clearaudio Talisman2 MC-System bestückt, Phonostufe war ein Graham Slee Reflex C.
Alle NF-Kabel kamen von Tellurium, ebenso die Lautsprecherkabel (Tellurium Silver). An den Lautsprechern waren für die Tri-Wiring-Terminals Telluirum Silver Brücken eingebaut.
Die Lautsprecher standen (natürlich!) auf Audioplan Antispikes (viel bessere Bass-Definition und Raumabbildung).
Stromversorgung: Isotek Stromfilter (eingebaut in die Steckerleiste), Tellurium Stromkabel für Verstärker und CD-Spieler.
Alle Geräte standen natürlich auf Schieferplatten.