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Lange Nacht der Ohren 2012

Am 3. November waren Berlins HiFi-Fans wieder gefordert: bis Mitternacht hatten die Berliner HiFi-Händler geöffnet und führten alles vor, was HiFi derzeit zu bieten hat. Bei uns standen die Zeichen auf Analog: große Transrotor-Laufwerke und ein neuer "kleiner" VPI-Plattenspieler waren zu hören, jeweils in High-End-Anlagen.
Wir mussten uns im Vorfeld entscheiden: wollten wir einfach die Gleichung teuer = toll beweisen (damit auch jeder Besucher beeindruckt wäre), oder sollten wir Geräte spielen, die in finanzieller Reichweite der Mehrzahl unserer Musikhörer liegen (mit dem Risiko, nicht einen High-End-Eindruck bei den Zuhörern zu hinterlassen).

Wir haben beides getan!

1. High-End-Anlage - Eine Anlage wurde von einem großen (und großartigen) Transrotor Rondino "befeuert", der deutlich über 10.000 Euro kostet. Dabei waren das Cardas Phonokabel, der Tonabnehmer (Transrotor Merlo Reference) und die Phonostufe (Nagra BPS) fast schon preislich vernachlässigbar. Die Elektronik kam aus den USA: der Vorverstärker Jeff Rowland Corus und die Endstufe Jeff Rowland Model625 waren über jeden Zweifel erhaben. Ebenso die Lautsprecher Avalon Indra. Ein dCS Puccini Digital-System ergänzte diese Anlage. Sämtliche Verkabelung (Lautsprecherkabel, NF-Kabel und Stromversorgung) kamen von Transparent.

2. High-End-Anlage - auch hier war die Elektronik das weltweit Beste, das Sie für Geld kaufen können: Vor- und Endstufe von Nagra aus der Schweiz, die Lautsprecher wieder Avalon (hier die Transcendent). Der Plattenspieler hingegen war ein recht preiswertes, brandneues Modell aus den USA: ein VPI Traveler hatte uns wenige Tage vor der "Langen Nacht" erreicht. Dieser Plattenspieler spielte derart hinreißend, dass wir entschieden, ihn "trotz" des günstigen Preises in dieser Weltklasse-Anlage zu spielen.

Höreindrücke - Klang
Der deutlichste Unterschied zwischen beiden Anlagen war nicht so sehr die Qualität, sondern die Art und Weise, wie Musik wiedergegeben wurde. Die Kette mit dem Transrotor spielte souverän, eindrucksvoll und mächtig. Hier war der Tiefbass wirklich rabenschwarz, die Dynamik glaubhaft packend, die Raumabbildung derart dreidimensional, dass niemand eine Leinwand vermisste... Kurz gesagt: bei derart hohem finanziellen Aufwand hätte man nichts anderes erwartet, obwohl gerade bei diesen Summen viele Anlagen enttäuschen - denn High-End verzeiht nichts... Unsere Anlage jedoch bewies: Geld macht glücklich!

Die "kleine" High-End-Anlage hingegen klang anders: sie spielte agiler, beweglicher - mit ungebremstem Spaß! Man könnte das letzte Detail vermissen, und in extremen Dynamikpassagen gerieten dem Plattenspieler letzte Spitzen ausser Kontrolle. Kurz: der erfahrene High-End-Hörer erkannte, dass hier makellose Elektronik mit einem geringfügig "zu kleinen" Plattenspieler kombiniert wurde.
Nur: das merkte kaum jemand! Denn insgesamt machte Musik - gleich welcher Richtung - derart viel Spaß, dass das Publikum einfach nur gespannt hörte - und mitging. Herbert Grönemeier live: Man war mittendrin im Konzert! Lana del Ray's laszive Stimme: Man sah sie vor sich! Verdi's Traviata: Domingo sang niemals herz-zerreißender!
Derart großartige Musik für unter 2.000 Euro? Fast schon geschäftsschädigend! Der kleine VPI Traveler dürfte für viele Mitbewerber eine echte Bedrohung werden.

Mithin konnten unsere Besucher an diesem Abend einer kleinen Revolution beiwohnen: die Kleinen kommen! Zugegeben: Die großen Masselaufwerke markieren nach wie vor das Maß der Dinge. Einem Transrotor-Laufwerk macht so schnell kein kleiner Player etwas vor.
Aber... hier konnte man erleben, dass ein innovatives Unternehmen wie VPI erstaunlich nahe an diesen Standard heran reicht - für einen Bruchteil des Preises. So nahe kam bislang kaum ein anderer Hersteller... Bald dürfte mit dem neuen Rega RP8 ein weiterer ernsthafter Konkurrent auftauchen. Wir dürfen gespannt sein auf die Antwort der Großen!

Vinyl bleibt spannend!

Man könnte fast vergessen, dass man "so nebenbei" weitere technische Entwicklungsrichtungen verfolgen konnte.
# Übertrager # In allen unseren Vorverstärkern (Jeff Rowland Corus, Nagra Jazz) waren Übertrager zur Potentialtrennung eingebaut. Die Hersteller optimieren nun - mit hörbarem Erfolg! - die Probleme der Querströme und Potentialverschiebungen.
# Röhren in der Vorstufe # Die neue Vorstufe Nagra Jazz spielte wie keine andere Vorstufe vor ihr! Es war schlicht eine Freude, mit diesem Gerät Musik zu hören! Trotz des nicht eben geringen Preises ein Schnäppchen: ein der besten Vorstufen der Welt für nur wenig mehr als 10.000 Euro!
# Transistoren in der Vorstufe # Dass auch Transistoren Weltklasse-Niveau erreichen, bewies die Jeff Rowland Corus, die seit Ihrem Erscheinen als eine der besten Vorverstärker der Welt gilt.
# Transistoren in der Endstufe # In allen Anlagen spielten Transistor-Endstufen. Denn für Leistungsverstärkung sind Transistoren unschlagbar! Selbst eine "Röhrenfirma" wie Nagra baut nunmehr Weltklasse-Enstufen mit Transistor.

Fazit

Der Abend hat riesig Spaß gemacht. Uns als Veranstalter (denn es kamen mehr Besucher als je zuvor). Unseren Besuchern ebenfalls: niemals zuvor bekamen derart häufig zu hören, wie gut die Musik bei uns spielte! Niemals zuvor wurde eifriger über Aufnahmen, über Musik und Musiker diskutiert.

Wir freuen uns bereits auf die Lange Nacht der Ohren 2013!

 

 

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