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Upgrade hochwertiger Plattenspieler

22. Juni 2007

Der Abend war dem Verbessern von - an sich bereits sehr guten - Plattenspielern gewidmet. Ein heikles Thema - sind diese Verbesserungen doch häufig erst hörbar, wenn man sich in die Anlage und das Gerät "reingehört" hat. Für mich als Vortragenden ist dieses Thema immer etwas schwerer zu gestalten, der Abend unvorhersehbarer als andere...

Vorbereitet hatte ich einen Transrotor FatBob S mit TMD-Lager und zwei Tomarmen: ein von Transrotor modifizierter Rega-Tonarm, der dann TR9.1 heißt (durchgehende Verkabelung, exzellente Tonarm-Lager, Transrotor Balancegewicht), hier ein Benz ACE L eingebaut. Als zweiter Tonarm war ein SME IV mit Benz Glider montiert, wobei an diesen Tonarm unterschiedliche NF-Kabel angebaut werden sollten (der SME-Arm hat einen SME-5-pol Stecker). Vorbereitet waren NF-Kabel von van den Hul D501 (das ab Werk von SME beigelegt wird) sowie ein Nordost Tyr.

Weiterhin stand ein VPI ScoutMaster mit VPI JMW9-Tonarm bereit, der auch mit unterschiedlichen NF-Kabeln spielen sollte (hier: Albedo-NF-Kabel für ca. 100 Euro gegen ein Nordost Heimdall für ca. 400 Euro). Ein Transrotor MC-System Cantare war hier eingebaut.

Als "Reserve" stand ein Roksan Xerxes XX mit Tabrizi-Tonarm und Lyra Argo i (MC-System) bereit.

Wir begannen den Abend mit dem Transrotor FatBob S. Zunächst demonstrierte ich den Einfluß des Phono-Vorverstärkers. Ein Lehmann BackCube Statement (ca. 300 Euro, das preiswerteste Modell dieses renommierten Herstellers) trat an gegen das Topmodell des gleichen Herstellers: ein Lehmann SilverCube (ca. 3000 Euro). Beide Phono-Vorverstärker liefen zunächst mit dem Benz ACE/TR9.1 und dann mit dem Benz Glider / SME IV. Der Unterschied war ernorm groß und verblüffte nicht nur die Zuhörer; auch ich war überrascht! Der große Lehmann spielte viel freier und offener, müheloser, auch im Bass kam erheblich mehr Druck und Kraft hinzu. Zudem war erschreckend klar, dass das größere Benz im SME-Tonarm viel flüssiger und seidiger spielte. Der Sprung vom Benz ACE zum Glider (ca. 300 Euro Preisdifferenz) schien mehr als gerechtfertigt. Klar war aber auch, dass das Glider alleine (also mit dem kleinen Phono-Vorverstärker) nicht seine Stärke auspielen konnte. Ob es gleich ein SilverCube sein muss? Wohl kaum! Aber erstaunlich, wie gut der große SilverCube mit dem Glider spielte!

Ein ähnlicher Effekt war dann mit dem VPI zu hören. Die Kombination Transrotor FatBob & Benz Glider gefiel insgesamt besser als VPI & Transrotor Cantare. Allerdings ist diese Kombination auch etwas teurer.
Erst als der Roksan spielte, war sofort klar: auch ein Upgrading des FatBob kommt nicht auf dieses Qualitätsniveau. Der Roskan spielte erheblich präziser, die Raumabbildung war erheblich besser. Ein Ergebnis des fantastischen Lyra MC-Systems. Aber nicht nur! Vor allem die Kombination Roksan Xerxes & Lyra Argo i beweist immer wieder, dass es vor allem aufs Teamwork ankommt! Beide (Xerxes und Lyra) scheinen wie für einander gemacht! Aber nichts gegen den Transrotro & SME & Benz Glider! Für ca. Zwei-Drittel des Preises des Roksan musizierte diese Kombination erschreckend gut!

Ob noch mehr geht? Wir probierten am SME ein anderes Kabel aus: das van-den-Hul D501 musste dem Nordost Tyr weichen. Und sofort war klar: das IST eindeutig besser! Mehr Druck im Baß, mehr Detail-Schärfe im Mittenbereich, etwas lockerer der musikalische Fluß. Gleiches galt für den VPI: auch er spielte mit dem (preiswerteren) Nordost-Spezialkabel besser!

Und nun: würde vielleicht eine Teller-Auflage noch etwas bringen? Wir probierten die Ringmat 330 Anniversary. Diese Auflage ist der Gehemtip unter Linn-LP12-Besitzern. Beim Transrotor brachte sie zwar eine Veränderung, die jedoch winzig klein war und eher den Bass etwas schlanker werden ließ. Für 100 Euro auf diesem Masselaufwerk kein Gewinn. Hier zeigte sich auch ein typischer Effekt von Upgrades: man kann nicht verallgemeinern. Die Ringmat hilft auf Subchassis-Laufwerken viel, auf Masseläufern offenbar kaum. Gleiches gilt für viele Spezial-Tellerauflagen, auch für Plattenbeschwerer.

Schließlich spielte nochmals der Roksan - und wieder: der war einfach besser. Teuer zwar, aber traumhaft gut! Und der spielte dann auch etwas länger als geplant...

Übrigens: alle Geräte wurden über unsere "kleine" Vorführanlage gespielt: Greenwall Vor- Endstufe mit Quad ESL989, Transparent NF- und LS-Kabel.

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