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Linnies - die Zweite

Kein anderer Beitrag hat ein solches Echo gehabt... Das freut, weil ja offenbar auch ab und zu mal jemand das hier liest .. Die Reaktionen waren von Zustimmung bis komplette Ablehnung.

Kommentar: Wenn meine Kollegen und ich hier (oder auch anderswo) etwas zum Klang sagen, dann sind das sehr häufig zusammengefaßte Meinungen unserer Kunden. Gerade beim LP12 erleben wir (leider) gehäuft, dass viele Menschen bei uns anrufen, weil Sie den Klang erheblich verbessern möchten. Oder die Menschen kommen mit ihrem LP12 bei uns vorbei udn hören das Gerät im Vergleich. Da zeigt sich dann sehr oft: Anspruch und Wirklichkeit finden keine Deckung. Also bitte nicht den Überbringer der Nachricht prügeln...

Kleine Anmerkungen: Ich bin Händler, daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Ich lästere nicht über den LP12, weil ich den nicht im Programm habe. Sondern umgekehrt: ich verkaufe keine LP12, weil unsere Kunden anderen geräten den Vorzug geben. Da "rächt" sich vermutlich, dass in meinem Geschäft praktisch alle aktuellen Platzhirsche vorführbereit stehen.
Ich kann es mir nicht leisten, Geräte nur wegen Testberichten oder Glanz vergangener Jahrzehnte im Regal stehen zu haben.

ABER: Linn hat den LP12 nochmals erneuert, und wir werden das Gerät natürlich wieder testen. Die aktuellen Berichte und (teilweise Vorab-) Tests lassen darauf schließen, dass der LP12 damit eine erhebliche Verbesserung erfahren hat. Weitere Informationen zu technischen Fragen gibt es bei www.vinylengine.com und www.linn.co.uk.
Noch eine Anmerkung: ich würde ja doch ein bisschen nachdenklich werden, wenn ein Händler ein Gerät NICHT verkaufen möchte... Vielleicht könnte es ja eventuell unter Umständen möglich sein, dass so ein Händler ein bisschen mehr Überblick hat... und vielleicht ja sogar ehrlich ist... (klar! soviel Logik KANN nur bedeuten, dass irgendwas mit dem Typ nicht stimmt! oder? wo bleibt da der hype? wo ist das mystische, das nur gläubige verstehen?)

Weitere Anmerkung: es ist richtig, dass einige Tester von HiFi-Zeitschriften den LP12 als Referenz verwenden. Auch meine Kollegen und ich haben Referenzgeräte. Aber das sind oftmals gar nicht die Besten. Ein Referenzgerät ist einfach nur ein Gerät, das man kennt. Da weiss man, wie eine LP klingen muss, und man kann Neues daran messen. Nicht mehr. "Referenz" bedeutet nicht "Spitzenklasse".

Ein Gedanke zu „Linnies - die Zweite“

  • Herwig

    Tja, Mythos ade ....

    Vor 8 Jahren hat ein neuer LP12 bei mir zuhause (ja Linn-Händler trauen sich manchmal zu potentiellen Kunden nach Hause)meinen heissgeliebten, hochgerüsteten und sauber einjustierten Thorens 147 einfach in allen Belangen weggepustet.

    Ich räumte mein Sparbuch und kaufte das Ding.

    Schwachpunkt am LP12 war bei längerem hören, diese angesprochene Kühle und eingeschränkte Räumlichkeit wie sie das in ähnlicher Weise beschreiben. Typischer LP12-Klang eben.

    Der LP12 (Baujahr 1998) war mit Laufwerk (logisch :)) mit Trampolin, Lingo-Netzteil, Akito-Tonarm, Klyde TA-System ausgestattet (behübscht:)) worden.



    Verbesserungen:

    1. deutliche Verbesserung gegenüber meiner Audiolab-Vorstufe brachte der Linto-MC-Verstärker.

    2.Aufrüstung auf Ekos-Tonarm brachte mehr Übersicht und Ruhe ins Klangbild.

    3.Nachrüstung mit dem neuen Linn-T-Anschlusskabel
    Ergebnis, hoppala da ist ja plötzlich Auflösung und ein Schuss Wärme im Spiel, das alte Anschlusskabel ist einfach Sch.... dagegen. Wie kann eine Firma bei ihrem Spitzentonarm jahrelang so ein mieses Anschlusskabel einbauen ?
    Endlich zeigt der Arm was er kann.

    4.Tonabnehmersystem Linn Klyde geht in die ewigen Jagdgründe. Ein Glücksfall. nach der Reperatur bei Linn präsentiert sich ein neues System. Endlich Bass, wiederum mehr Wärme, Raum, Ruhe .....toll. Offensichtlich haben die Linner das System verbessert.
    Grund dafür könnte das damals neue MM-System gewesen sein.
    Das Klyde-System wird übrigens von Goldring gefertigt, ähnliche Teile verwendet ja auch Transrotor bei seinen Spitzensystemen.

    5. Der Kick
    Das neue Lingo-Netzteil ... das war`s
    .... ein LP 12 der Musik macht ... nicht zu glauben.
    Der Wunsch nach etwas anderem habe ich zur Zeit nicht.



    Meine Meinung zu den zig-verschiedenen Lp12ern die in der Gegend herumgeistern:

    - es gibt nicht "den" LP12
    - Justage dem Fachmann überlassen, Thorens-Bastler (ich bin einer davon :)) lasst die Finger vom LP12. das Teil reagiert wie eine Mimose auf kleinste Veränderungen. Das Teil ist einfach kein grobschlächtiger Thorens oder solides Masselaufwerk. Wieviele LP12-Plattenspieler mit kaputten Lagern etc. als Vergleichsgeräte in Hifi-Studios dienen möchte ich nicht wissen.
    Bei meinem Fachhändler darf nur einer ran: nämlich der Mechaniker, der ein paar Tage in Schottland LP12 einjustieren lernen durfte.


    Wie ist mein Fazit:

    Offensichtlich haben die arroganten, geizigen und gierigen Schotten die Zeichen der Zeit erkannt.
    Jahrelang hat Linn den klanglichen Fortschritt verschlafen.
    Keine Frage.

    -Die mangelnde Ruhe, Übersicht und Wärme verursacht in meinen Ohren hauptsächlich das alte, miese Netzteil
    Deshalb vor anderen Veränderungen (z.B. frustriert verkaufen :)) unbedingt Lager überprüfen und neu einjustieren lassen und neue Netzteile ausprobieren.

    - das alte Lingo-Netzteil klingt steril, tot.
    es gibt ein günstiges ungarisches netzteil namens Heed-Audio um 350 Euros . Dieses verwendet auch mein Linn-Fachhändler in der Kombi mit Goldring-MCs oder MM`s.

    - mit dem neuen Linto-Netzteil kommt die Musik.

    - das neue Linn Klyde (2004)spielt auf Augenhöhe mit den großen Goldrings mit dem Vorteil, daß es elektrisch und mechanisch an den Ekos-Tonarm und an die Lingo-MC Vorstufe angepasst wurde.

    - der LP12 ist vom Handling her einfach zu bedienen, hat eine Klapphaube, Die Tonarme liegen gut in der Hand. Ein schlichtes, unscheinbares Alltagsgerät. wie ein Thorens :)



    Ob ich ihn wieder kaufen würde ?

    In der alten Version ein klares: NEIN
    in den neuen Versionen käme er auf jeden Fall in die engere Auswahl.


    schöne Grüße aus dem Alpenland

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