Grundlagen
Die Schallplatte speichert den Schall mechanisch in einer modulierten
Rille. Bei der Wiedergabe wird diese Rille mechanisch abgetastet. Diese
Form der Schallspeicherung erfordert dem Prinzip nach keine Umwandlung
in elektrische Grössen.
Es wurde bereits vor der Erfindung der elektrischen Verstärker verwendet.
Als Speichermedium wurden gelegentlich Walzen, am häufigsten jedoch
Schellack-Platten benutzt. Schellackplatten drehen sich mit 78 Umdrehungen
pro Minuten (engl. rpm). Die Nadel wird durch die Modulation ausgelenkt
und mündet in einer Tondose. Hier versetzt die Nadel eine Membran
im Takt der Musik in Schwingung. Die Membran bildet das Ende eines Schalltrichters,
der die Töne verstärkt.
Da bei einem rein mechanischen Abtastsystem keine elektrischen Verstärker
verwendet werden, muss die Rillenauslenkung kräftig genug sein, um
bei der Wiedergabe eine ausreichend hohe Lautstärke zu erzielen.
Daher sind bei Schellackplatten die Rillen tiefer und breiter als bei
heutigen Langspielplatten und auch die Umdrehungsgeschwindigkeit ist höher.
Schellackplatten können auch auf modernen Plattenspielern abgespielt
werden. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass Ihr Plattenspieler
auf 78 Umdrehungen pro Minute eingestellt werden kann. Ausserdem müssen
Sie unbedingt (!!!) eine Nadel verwenden, die an die tiefen Rillen der
Schellackplatten angepasst ist. Eine Auswahl geeigneter Systeme finden
Sie hier. Wenn Sie Schellackplatten mit Nadeln für moderne Vinylplatten
abspielen, kann Ihre Nadel beschädigt werden, da sie für viel
kleinere Rillen konstruiert wurde und daher zu tief in die Rillen der
Schellackplatte eintaucht - sie kratzt auf dem Rillenboden und wird beschädigt.
Moderne Plattenspieler verwenden ein elektro-mechanisches System, um
die mechanischen Auslenkungen abzutasten. Die Abtastnadel wird durch die
Modulation bewegt und erzeugt ein elektrisches Signal, das elektronisch
verstärkt wird. Die Umdrehungsgeschwindigkeit konnte auf 45 U/min
bzw. 33 U/min verringert werden. Ausserdem sind die Rillen wesentlich
schmaler und flacher als bei Schellackplatten; daher nennt man sie auch
“Mikrorillen” im Gegensatz zu den “Normalrillen”
bei Schellackplatten.
Die Stereotechnik nutzt zusätzlich zur Amplitude der modulierten
Rille auch noch die Richtung der Modulation. Die beiden Stereokanäle
sind um 90 Grad gegeneinander versetzt aufgezeichnet. Die Kanäle
werden im Tonabnehmer in linken und rechten Kanal aufgeteilt.
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