Der Nagra CD-Spieler ist ein konventioneller 16-Bit-Spieler. Die Idee der Entwickler bei Nagra war, mit dem CD-Laufwerk ein Instrument zu erschaffen, das von einer CD die bestmögliche Musikwiedergabe zu ermöglichen. Nagra perfektioniert jeden einzelnen Baustein, der zur Wiedergabequalität beiträgt. Es ist nicht möglich, jede Einzelmassnahme hier aufzuzählen. Vielmehr erschließt sich die Perfektion dieses Gerätes jedem Laien, sobald er das erste Mal mit diesem CD-Spieler in Berührung kommt. Jeder Schalter ist logisch angeordnet, liegt gut in der Hand, bereitet ein mechanisches "Lustgefühl".
Viele Billiganbieter haben mittlerweile das Design von Frontplatten ebenfalls erlernt. Daher misstrauen viele HiFi-Fans einem perfekten Design. Im Falle von Nagra ist jedoch die perfekte Verarbeitung lediglich die Fortführung einer Firmen-Philosophie. Hier atmet der Geist schweizer Erfinderreichtums und handwerklicher Perfektion. Hier können Sie erleben, was es wirklich heißt, wenn ein Studio-Ausstatter ein HiFi-Gerät baut.
Der Nagra CD-Spieler besitzt ein CD-Laufwerk, das als Schublade ausfährt. Das Laufwerk ist mechanisch bedämpft. Beim Öffnen wird die CD beleuchtet. Die CD wird mit einem Zentrierpuck gehalten und bedämpft.
Die Modelle CDP und CDC besitzen einen extrem hochwertigen Digital-Analog-Wandler, der intern mit 24 Bit und 8-fachem Oversampling (352.8kHz) arbeitet. Die interne Clock ist extrem stabil und frei von messbarem Jitter. Optional kann eine externe Wordclock angeschlossen werden (z.B. bei Betrieb im Studio).
Der Nagra CDC bietet zusätzlich zu den Funktionen des CDP-Modells einen exzellenten Kopfhörer-Ausgang und eine einstellbare Lautstärke-Regelung sowie Balance-Einsteller an. Der CDC hat zudem eine Aussteuerungsanzeige mit dem berühmten Nagra Modulometer. Hiermit kann leicht erkannt werden, wie laut eine CD aufgenommen wurde.
Einzigartig ist die Steuerung aller wichtigen Laufwerks-Funktionen mit einem Knebelschalter. Hier macht sich das Know-How eines Studioherstellers bemerkbar: ein kurzer Griff, und Sie haben einfach und schnell das Gerät eingschaltet bzw. Pause oder Play gewählt. Schneller Vor- und Rücklauf bzw. Skip ist direkt über dem Knebelschalter über einen kleinen Kippschalter zugänglich. Alternativ kann der Nagra auch über Fernbedienung gesteuert werden.
Kaum ein anderer CD-Spieler ist so intuitiv zu bedienen wie dieses Nagra-Gerät! Und kaum ein anderer CD-Spieler hat derart schöne Knöpfe! Und kaum ein anderer CD-Spieler ist derart kompakt und unscheinbar! Der Nagra CD-Spieler ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Gerät!
Tip: mit dem Nagra CDC besitzen Sie die Steuerzentrale zu einer ultra-kompakten High-End-Anlage. Falls Sie keine weiteren Quellgeräte in Ihrer Anlage brauchen, dann können Sie an den Nagra CDC direkt eine Endstufe anschließen. Der Nagra CDC besitzt eine hochwertige Lautstärke-Regelung, die auch fernbedienbar ist. Damit können Sie auf eine Vorstufe verzichten und direkt die Endstufe ansteuern. Bevorzugen Sie Endstufen mit symmetrischem Eingang, z.B. eine Pass X250.5.
Noch kleiner geht es, wenn Sie gerne mit Kopfhörer Musik hören. Dann brauchen Sie zusätzlich zu dem Nagra CDC nur noch einen wirklich guten Kopfhörer: den Grado GS1000!
Technische Daten
Kompatibilität CD Audio, CD-R, CD-RW
D/A Wandler 24 bit
Oversampling 8x (352.8 kHz)
Bandbreite 20Hz (OdB) – 20kHz (-1dB)
THD+N < 0.003 %
Kanaltrennung 90 dB
Nagra Jitter Eliminator: Jitter ist nicht messbar
analoge Ausgänge: XLR (symmetrisch) und RCA (unsymmetrisch Cinch)
Ausgangsspannung 1 und 4V einstellbar (CDP) bzw. stufenlos regelbar (CDC)
digitale Ausgänge AES, S/Pdif, Toslink
Stromversorgung in separatem Gehäuse
Maße 310 x 254 x 76mm (Hauptgehäuse CD-Spieler)
Gewicht 4 Kg
Der CD-Spieler von Nagra hat überrascht! Und er provoziert! Ein CD-Spieler, der "einfach nur" CDs spielt - zu einem derart exorbitanten Preis? Was soll das? Welche Daseinsberechtigung hat dieses Gerät? Was macht ein Fachhändler für Plattenspieler mit einem solchen CD-Spieler?
Lassen Sie mich hierzu einige Sätze schreiben...
Wir (meine Kollegen und ich bei PhonoPhono) hören gerne Musik. Es hilft gelegentlich, diesen Ansatz wieder in Erinnerung zu rufen. Wer meint, wir hören gerne Schallplatte, der irrt! Wir hören gerne Musik. Anspruchsvolle Musik, die nur mit anspruchsvoller Technik erst zu einem Erlebnis wird. Jeder Musikhörer, der sich mit moderner, sogenannter "ernster" Musik beschäftigt, wird bestätigen, dass solche Musik aufgrund ihrer Komplexität nur auf einer extrem guten HiFi-Anlage erlebbar wird. Beispiel (auch für Gelegenheitshörer) : hören Sie sich einmal eine Sinfonie von Bruckner oder Mahler an. Erleben Sie diese Vielfalt, diese unglaublichen Schattierungen der Klangfarben, die zahlreichen Instrumente, die "miteinander reden"? Haben Sie soviel Spaß daran, dass Sie über eine Stunde sitzen bleiben und gespannt lauschen? Oder ist das einfach nur Krach? Eine (auch exzellente) Mittelklasse-HiFi-Kette produziert nur Krach. Hören Sie sich die "Krach"-Aufnahme dann auf einer High-End-Anlage an. Hören Sie! Und sie werden verstehen, was Ihnen zuvor entgangen ist.
Die Musikrichtung spielt keine Rolle! Ob ich hier als Beispiel Bruckner oder Coltrane anbringe, eine Bach-Kantate spiele oder E.S.T. - eine gute Anlage wird Ihnen die Idee, das Wesen eines Musikstückes viel näher bringen als Mittelmaß!
Sie werden vermutlich bereits ahnen, worauf ich hinaus möchte: jede Technik, die in der Lage ist, ein solches Musikerlebnis zu vermitteln, ist es Wert berücksichtigt zu werden! Die Schallplatte hat über Jahrzehnte bewiesen, dass sie dazu in der Lage ist. Viele andere Formate sind gekommen und wieder verschwunden - Compact-Cassette, MD, Elcasette, Tonband und viele andere waren ein Ausdruck ihrer Zeit und des technisch problemlos Machbaren - und sie waren niemals auf bestmögliche Wiedergabe-Qualität UND Alltagstauglichkeit zugleich ausgelegt.
Bei der Schallplatte hatten wir einfach Glück: sie erwies sich (im Nachhinein) als extrem hochwertig, zugleich einigermassen robust und preiswert zu vervielfältigen.
Bei der Digitaltechnik hatte man zum Ziel, die Vorzüge der Compact-Casette mit besserer Qualität zu kombinieren. Der Klang war jedoch so gut, dass viele Musikhörer die CD auch als Ablösung der Schallplatte annahmen. Leider stellte sich bald heraus: die anfängliche Beschränkung auf 16 Bit und 44.1 kHz führt zu einem Klangbild, das zwar für viele Belange ausreichend ist, sich jedoch nicht für anspruchsvolle Musikhörer eignet. Zumindest schien dies so zu sein.
Erst in den letzten Jahren konnte man durch hochmoderne Digital-Wandler und Erkenntnisse hinsichtlich des Hörverhaltens (Psycho-Akustik) auch Digitalaufnahmen herstellen, die auch kritische Hörer überzeugen können. Mittlerweile weiss man, dass während der Aufnahme eine "digitale Reserve" unbedingt notwendig ist, weil während des Abmischens das Original-Signal an Qualität einbüßt. 24Bit und 192kHz gelten derzeit als Untergrenze für Aufnahme-Studios! Wenn man diese Qualität im Studio wählt, kann eine CD, die auf 16Bit und 44.1kHz gewandelt wird, durchaus ein ansprechendes Klangerlebnis bieten. Aktuelle XRCDs bieten ein gutes Beispiel, aber auch "normale" CD-Aufnahmen neueren Datums können durchaus überzeugen!
Genau hier setzt Nagra mit dem CD-Spieler an und stellt im Bereich konventioneller Digital-CD-Spieler einen neuen Maßstab dar. Mit diesem CD-Spieler (genauer: dem Nagra CDC) habe ich Erstaunliches erlebt. Erstmals habe ich meine CD-Sammlung durchforstet und nach besonders guten Aufnahmen gesucht. Erstmals hat mich ein CD-Spieler gefesselt und mich dazu verführt, CDs längere Zeit zu hören, ja sogar ganze Opern von CD zu genießen! Und siehe da: in meiner Sammlung gibt es erfreulich viele gute Aufnahmen, die ich bisher nur wegen schlechter CD-Spieler nicht genießen konnte.
Natürlich habe ich auch verglichen mit Schallplatten-Wiedergabe. Was passiert denn beispielsweise, wenn ich eine remasterte CD (das Remastering-Studio verwendete Hochbit-Technik) von Strauss' "Vier letze Lieder" höre? Ich gestehe (durchaus nicht, ohne mich zu wundern), dass die Musik locker, leicht strömt, ja - sogar atmet! Elisabeth Schwarzkopf "schwebt", ist zudem gut verständlich, die Orchesterbegleitung schön zu orten und räumlich im Hintergrund. Respekt! Ich lege dann die LP auf - und meine CD-Begeisterung gerät ins Wanken. Die LP klingt offener, die Streicher charmanter und zugleich präsenter, die Schwarzkopf singt mit mehr Innigkeit, mehr Faszination, mehr Spannung.
Ist dieser Vergleich nun hilfreich? Ich glaube: nein! Die LP ist technisch eindeutig (und messbar) hochwertiger als eine 16bit-CD. Es wäre daher ein schlechtes Zeichen für meinen Plattenspieler, wenn eine CD besser klingen würde. Aber was hilft ein besserer LP-Klang, wenn die Musik auf einer CD ist? Was hilft es mir, wenn irgendeine Originalpressung von 1959 ein klangliches Unikat darstellt, wenn ich dafür bei Ebay 500€ ausgeben muss und dann eine LP mit Kratzern kaufen muss? Ist da nicht eine remasterte CD für nicht mal 20 Euro die bessere Alternative?
Anders gesagt: dieser CD-Spieler erreicht nicht ganz das Niveau eines exzellenten Plattenspielers. Ich werde also auch in Zukunft meine LPs ganz konventionell hören. Aber dieser CD-Spieler erschließt mir meine CD-Sammlung auf einzigartige Weise, ich werde nun wieder neue CDs kaufen und mit Spaß hören können. Dieser CD-Spieler erweitert mithin meinen musikalischen Horizont! Ein größeres Lob fällt mir nicht ein!
Meine ganz persönliche Wahl ist ganz klar: ich brauche einen LP-Spieler UND einen CD-Spieler! Ich hören gerne Musik, die auf LP gut erhältlich ist, daher ist ein guter Plattenspieler lebens-notwendig! Ich möchte aktuelle Aufnahmen nicht missen und bin LP-verwöhnt: also brauche ich auch einen CD-Spieler - und zwar den besten, den es gibt! Preiswerte CD-Spieler machen für mich keinen Sinn, denn damit höre ich überhaupt keine CDs! (Also spare ich auch nichts - im Gegenteil: ein billiger CD-Spieler wäre für mich rausgeschmissenes Geld und daher "teurer" als ein Nagra oder dCS!)
Fazit: HiFi-Technik ist unsozial!
Dieser CD-Spieler ist ausgesprochen unsozial! Er sollte eigentlich (zusammen mit CD-Spielern von dCS) das einzige Gerät sein, das wir verkaufen. Nur mit diesem einen Gerät können Sie Ihre 16-Bit-CDs angemessen anhören. Leider kann dieses Gerät nicht in großen Mengen produziert werden. Und deshalb ist der Nagra CD-Spieler teuer. Unverschämt teuer. Aber: der Nagra ist der einzige mir bekannte CD-Spieler, der für dieses horrende Geld eine wirklich überzeugende, ebenso horrende Qualität bietet.
Sofort stellt sich die Frage: wie grenzt sich der Nagra gegen ein dCS-Spieler ab? Denn: die dCS-Digitalspieler sind die einzige ernsthafte Alternative zu diesem Nagra CD-Spieler! Nun: das müssen Sie für sich entscheiden!
Der Nagra hat die Nase (wenn auch nur einen winzigen Hauch) vorne, wenn es um das "alte" 16-Bit-Format geht. Vorausgesetzt, die CD ist hochmodern aufgenommen, dann kann der Nagra auch den letzten Rest von Rauhigkeit und Abbildungs-Unschärfe entfernen. Der Nagra klingt stimmig, genau, flüssig, melodisch, rhythmisch, dynamisch. Mehr geht nicht, mehr ist mit dem "alten" CD-Format nicht zu schaffen! Wenn Sie also Ihre CDs so gut hören möchten, wie kein anderer CD-Spieler es zu leisten vermag, dann besorgen Sie sich den Nagra CDC oder CDP!
Wenn Sie jedoch auch für alle zukünftigen Entwicklungen offen sein möchten, wenn Sie jetzt bereits SACDs besitzen und (ebenso wie wir) überzeugt sind, dass in einigen Jahren auch hochauflösende Digital-Musik via Internet ins Haus kommt, dann kaufen Sie sich einen dCS! Beispielsweise der dCS Puccini läßt das alte CD-Format fast ebenso eindrucksvoll erklingen wie der Nagra. Wenn Sie in einen dCS jedoch ein SACD einlegen, dann öffnet sich ein Raum, dann erschließt sich eine Feinauflösung, die der Nagra (mangels hochwertigem Digital-Format) nicht bieten kann. dCS bietet wie kein anderer Hersteller Zukunftssicherheit: die neue U-Clock schafft die Verbindung zu Ihrem PC oder MacBook und synchronisiert mit Word-Clock auch den dCS-CD-Spieler noch besser. Weitere Neuigkeiten sind garantiert.
Sie müssen entscheiden: möchten Sie alles (wirklich alles!) aus ihren "alten" CDs herausholen, dann entscheiden Sie sich für den Nagra. Möchten Sie 99% aus den alten CDs holen und dafür auch moderne Digital-Formate nutzen (die sich leider nur langsam durchsetzen), dann schauen Sie sich einen dCS-Spieler an. Möchten Sie 100% aus den CDs herausholen UND neue Hochbit-Formate nutzen, dann schauen Sie sich einen großen dCS an!